Fahrbericht DS5

DS5 Fahrbericht

"Top Gun for the road"

Manu ist Content Manager bei autoricardo.ch, erstellt Mailings und Landing Pages und vermarktet autoricardo intern. In der Freizeit geniesst er die Familie, fährt gerne Motorrad oder führt seinen Oldtimer aus. Fahrzeuge: Seat 850 C Especial (1971) ,BMW 525d touring (2008), BMW F 800 GS (2007).

 

 

Wer kennt ihn nicht: Den Film „Top Gun“ von 1986 mit Maverick, der sich als tollkühner Kampfjetpilot den gesamten Luftraum zu eigen machte. Es scheint, als hätten sich die Ingenieure des neuen DS5 diesen Film als Referenz genommen, als es um die Innenraumgestaltung ging: Schalter an der Mittelkonsole, Displays allerorten und – die Krönung – eine Dachkonsole mit noch mehr aus dem Vollen gefrästen metallischen Kipphebeln. Zwar wird damit keine russische Mig ins Visier genommen, aber immerhin das Head-Up Display gesteuert. Oder der Notruf (SOS-Schalter und die Pannenhilfe (DS-Schalter) gerufen, also doch so etwas wie die Homebase alarmiert.

 

Viel Emotionen also und schöne Reminiszenzen an einen unvergesslichen Kultfilm. Man darf sich also etwas wie Ice Man oder Maverick fühlen, wenn man den DS5 pilotiert. Natürlich gehen damit einige Einbussen in Ergonomie und vielleicht auch der Bedienlogik einher, aber ich bin gerne bereit, das in Kauf zu nehmen. Fehlt nur noch die Ray-Ban Sonnenbrille und - naja, den Overall lassen wir vielleicht besser weg.


Der Jetfighter lässt sich agil durch den Verkehr steuern und man hat immer alles im Griff. Die inneren technischen Spielereien gehen weiter beim aufgefrischten Äusseren, das zwar leider nicht über Radar, aber immerhin einen Tempomar sowie pulsierende LED-Blinker und blendhellem Tagfahrlicht jederzeit optimale Sicht gewährleistet. Das Head Up-Display ist zwar nicht Airwolf-grün, aber hellblau (im Elektromodus) oder weiss (im Dieselmodus) beschriftet und gibt so immer über den Betriebsmodus Auskunft. Nur Allrad muss man über den Drehschalter anwählen.

 

Die Übersicht ist nach vorne wie nach hinten eingeschränkt, wie in einem Cockpit halt üblich, Stauraum gibt es auch nicht viel, dafür eine grosse Nutzlast für die Scud Missiles, ähm, Reisekoffer. Was auch nicht ganz durchdacht scheint, ist das Keyless-System. Öffnen klappt wirklich automatisch, nur verriegeln muss man mittels Druck auf den Schlüssel. Aber hey, auch die F-14 Tomcat wurde nie abgeschlossen, richtig? Alles bloss Kleinigkeiten also. Fehlt nur die Kennmarke um den Hals des Piloten für den Fall der Fälle - aber dafür gibt es ja den SOS-Notrufknopf in der Dachkonsole.


Fazit: Der Lift-off geht zwar nicht ganz so schnell wegen dem fehlenden Afterburner-Schub, aber die Emotionen machen die Einschränkungen im Alltag mehr als wett. Dafür darfs aber etwas mehr kosten - auch so eine F-14 war nie richtig günstig, und der DS 5 schafft immerhin 4 Km rein elektrisch - das konnte nicht mal die Tomcat.

 

„Und wo finde ich..?“

Verena ist Online Marketing Manager von autoricardo.ch. Normalerweise mit dem Roller auf dem Weg zur Arbeit, fährt sie zur Abwechslung daher gerne auch mal ein Auto zur Probe und berichtet hier über ihre Eindrücke dabei. Fahrzeug: Ford Fiesta (1997), Honda SES 125 Dylan Repsol Valentino Rossi Edition (2003).

 

 

Im DS5 ist man umgeben von Knöpfen, Drehreglern und Displays. So erhält man definitiv das Gefühl, in einem Cockpit zu sitzen. Jedoch zweifelte ich relativ schnell am Sinn der Anordnung all dieser Bedienelemente.

 

Beispielsweise sucht man intuitiv an der Seitentüre nach dem Schalter, welcher das Fenster öffnet und schliesst - und scheitert, da die Bedienung über die Kippschalter in der Mittelkonsole erfolgt, welche zudem viel Platz benötigen.  Die Sitzheizungssteuerung ist wiederum auch am Sitz zu finden. Da diese jedoch überhaupt nicht beleuchtet ist, weiss man im Dunkeln nicht, ob und auf welcher Stufe diese eingestellt ist.

 

Und der Kofferraum lässt sich zwar per Schlüssel entriegeln, muss dann jedoch noch manuell geöffnet werden. Da kein Griff vorhanden ist, sammelt sich das schmutzige Wasser dort, wo man die Heckklappe anfassen muss. Abgesehen von diesen Mängeln ist der DS5 aber gut ausgestattet mit seinen technischen Features.

 

Für die Sicherheit gibt es einen SOS-Knopf, durch welchen man sich mit einer Hilfezentrale verbinden lassen kann, ein Head-Up Display zur einfacheren Sicht der Geschwindigkeit und Navigation oder auch Spur- und  Totwinkelassistent. Regen- und Lichtsensor sowie der Tempomat haben wunderbar funktioniert, und auch die Musikanlage ist gut.

 

Fazit: Meiner Meinung nach hat der Designer zu fest dem Kindheitstraum nachgeifert, Flugpilot zu werden, so dass Logik und Handhabung darunter gelitten haben. Rein technisch gesehen, ist die Ausstattung aber sehr gut.

 

"Nicht für Perfektionisten – aber für Design-Liebhaber"

Marcel ist Managing Director von autoricardo.ch und auch neben der Arbeit dem Automobil eng verbunden - der Familienvater und Fan französischer Fahrzeuge holt daher gerne seinen Oldtimer aus der Garage. Fahrzeuge: Citroën CX 2.4 (1978), Citroën C5 V6 Break (2007), Saab 9-3 Turbo Cabriolet (2000) & Citroën C5 V6 HDi (2008).

 

Als überzeugter Citroën-Fahrer ist es für mich schwierig, neutral an den DS5 heranzugehen – wenngleich er ja seit dem Facelift gar kein Citroën mehr ist, sondern neu auf den Markennamen DS hört. Während die Ur-DS ein avantgardistisches Auto voller Innovationen war, welche sich dann auch im Design wiederspiegelten, ist der heutige DS5 ist zuallererst ein Designer-Auto. Alles ist mit Liebe zum Detail gestaltet - manchmal auch etwas überdreht, wie zum Beispiel das Flugzeugcockpit mit zahlreichen Schaltern in der Mittekonsole und im Dach. Die Fans von teutonisch standardisierter Ergonomie rümpfen hier die Nase, doch ich sage: Wer sich den DS5 kauft, hat sich in ein paar Tagen daran gewöhnt und erfreut sich danach einfach am coolen Cockpit-Feeling.

Dieses hochgezogene Cockpit mag den einen Geborgenheit spenden, andere wiederum einengen.  Objektiv ist das Platzangebot auf den Vorder- und Rücksitzen aber absolut in Ordnung. Einzig der weit in meinen Fahrer-Fussraum eindringende Radkasten stört mich etwas. Wirklich eng ist dagegen der Kofferraum, der von der Batterie des Hybrid-Antriebes stark verkleinert wird. Überhaupt bin ich von Hybrid hin- und hergerissen. Der Antrieb selber macht seine Sache toll und ich bin beeindruckt, wie lange ich im Stop-and-go rein elektrisch fahren kann. Doch gibt es den Hybrid nur in Verbindung mit dem automatisierten Schaltgetriebe, welche seine Sache bei entspannter Fahrt inzwischen recht gut macht, doch unter Volllast sind leider noch immer mit deutliche Schaltpausen zu spüren und der Kick-Down braucht eine gefühlte Ewigkeit, um mir wirkliche den gewünschten Kick zu liefern.

Deshalb mein Fazit: Der DS5 gefällt nicht jedem – und das ist auch gut so. Wem das Design und das Konzept gefallen, der wird mit ihm auf jeden Fall glücklich. Sportliche Naturen sollten aber auf den in Kürze erhältlichen 210-PS Benziner warten, wählend komfortorientierte Fahrer wohl eher den bereits erhältlichen 180-PS-Diesel mit 6-Stufen-Automat bestellen. Das gesparte Geld investiert man in die wunderschöne Retro-Lederausstattung im Look eines Uhrenbandes und erfreut sich erst noch am grösseren Kofferraum. 

 

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