Fahrbericht Nissan 370 Z Nismo

Nissan 370 Z Nismo Fahrbericht

"Einer von altem Schrot und Korn"

Verena ist Online Marketing Manager von autoricardo.ch. Normalerweise mit dem Roller auf dem Weg zur Arbeit, fährt sie zur Abwechslung daher gerne auch mal ein Auto zur Probe und berichtet hier über ihre Eindrücke dabei. Fahrzeug: Ford Fiesta (1997), Honda SES 125 Dylan Repsol Valentino Rossi Edition (2003).

 

 

Der Nismo 370Z – optisch definitiv mein Traumauto! Doch wie sieht das (technische) Innere aus? Die Nismo-Version bietet weder elektrisch verstellbare Sitze, noch eine Sitzheizung und schon gar keine Sitzkühlung, obwohl man bei den PS schon mal ins Schwitzen kommen kann. Einparkhilfe hinten und vorne sind ebenfalls gar nicht erhältlich bei dieser Version. Immerhin hat er aber eine Rückfahrkamera.

 

Natürlich wollte ich meinen Trip mit japanischem bassstarken Hip Hop begleiten, doch das eigentlich vielversprechende „BOSE® Audio Entertainment System“ klingt mir zu schwach. An der Bluetooth-Funktion darf auch noch einiges verbessert werden. Mehrmals ist die Verbindung abgebrochen und wenn das Handy mal nicht dabei ist, fragt er trotzdem dauernd nach dem Gerät. Zudem erscheint auch das Navi sehr rustikal und ist nicht (mehr) das Schnellste.

 

Was ich ebenfalls vermisst habe, ist ein Standby-Modus. Denn durch den Start-Stopp Knopf läuft der Motor gleich an. Hält man im Stau oder will am Strassenrand etwas nachschauen, muss man diesen laufen lassen, um z.B. die Kühlung weiterlaufen zu lassen oder das Navi  und den Sound zu bedienen. Aber der Nismo konzentriert sich eben mehr auf den Fahrspass, als auf solche Features. Aufgefallen ist der Pfeil neben der Ganganzeige, welcher aufblinkt, wenn man zu hochtourig fährt.

 

Fazit: Hätte ich eine Villa, würde ich den Nismo ins Wohnzimmer stellen, damit ich ihn täglich anschauen kann. Für Wochenendtrips darf er dann raus und sich austoben, für den Alltag jedoch ein „leider nein“.

 

"Volks-Porsche"

Thomas ist Product Manager bei autoricardo.ch und für die Koordination und Weiterentwicklung der Seite zuständig und hat ein entspanntes Verhältnis zu Autos. Dennoch freut er sich natürlich, auch mal was Sportliches zu fahren, was er ums Eck werfen kann und das dabei die Linie hält. Fahrzeug: Fiat Punto Sporting (2012).

 

 

Ich als mässig sportlich ambitionierter Autofahrer habe mich riesig gefreut, mit dem Nissan 370Z Nismo eine Spritztour zu unternehmen. Irgendwie erinnert mich der Nissan 370Z Nismo an einen Porsche. Ich versuche mir schon seit längerem vorzustellen, wie es ist, in einem zu sitzen. Nun ich denke, dass der Nismo nahe dran und dazu noch verhältnismässig günstig ist. Mit 46'900 CHF sind Sie bereits dabei und können sich Besitzer eines schnellen Sportflitzers nennen.

 

Mir gefallen besonders die Mineraleffektlackierung mit Anti-Scratch-Eigenschaft in Kombination mit den roten Zierstreifen auf Aussenspiegel, Front- und Heckschürze. Nicht zu übersehen sind auch die roten Brembo-Bremssättel. Der Nismo-Schriftzug, das allgegenwärtige Z-Emblem auf den Einstiegsleisten und Kotflügel-Blinkern und die speziellen 19-Zoll-Leichtmetallfelgen vervollständigen den "Nismo"-Look.

 

Beim Interieur des 370Z Nismo fällt auf, dass die Designer die Nismo-Elemente konsequent durchziehen. Die rote 12-Uhr-Markierung auf dem Dreispeichen-Alcantra-Lenkrad mit Z-Emblem gehört ebenso dazu wie die roten Nähte auf den schwarz-roten Schalensitzen.

 

Die 344 PS und der starke 3.7 Liter-V6-Motor machen richtig Spass auf der Strasse. Mich hat der 370Z Nismo auf meiner Testfahrt durch die hügelige Landschaft von Menzigen (ZG) und über den Hirzel (ZH) vollends überzeugt. Für meinen Fahrstil, ausgelegt für einen Fiat Punto, liegt er extrem gut in der Kurve und reizt einen permanent, ans Limit zu gehen. Deshalb gebe ich ihn dann auch besser wieder zurück, bevor es teuer wird. 

 

"GT-R-Feeling zum Budgetpreis"

Manu ist Content Manager bei autoricardo.ch, erstellt Mailings und Landing Pages und vermarktet autoricardo intern. In der Freizeit geniesst er die Familie, fährt gerne Motorrad oder führt seinen Oldtimer aus. Fahrzeuge: Seat 850 C Especial (1971), BMW 525d touring (2007), BMW F 800 GS (2008).

 

 

Den Vorgänger 350 Z empfand ich 2006  anlässlich der ersten Ausfahrt böse gesagt fast als „Traktor“, aber heute passt der 370 Z perfekt. Warum?  Weil er im Vergleich mit aktuellen, etwas langweiligen Digital-Autos, wo alles piepst und sensorgesteuert warnt und regelt, der 370 Z eine wohltuende, langersehnte analoge Abwechslung darstellt.

 

Ich traue mich fast nicht, das zu schreiben, aber im unteren Geschwindigkeitsbereich haben die Ingenieure es geschafft, ein Klangbild hinzubekommen, das tatsächlich an einen alten luftgekühlten Porsche 911 erinnert. Für Fans der Mechanik einfach grandios, und meinen Respekt haben sie damit schon mal gewonnen. Überhaupt kommt immer mal wieder so etwas wie ein Anflug von GT3 RS-Feeling auf, und ich denke mir, dass das Fahrwerk so gelungen ist, dass es eigentlich 400 PS verdient hätte. Dann wäre der Spassfaktor noch etwas grösser, allerdings ist es immer auch gut, noch Reserven zu haben, vor allem wenn man dem Nismo auf der Rennstrecke etwas artgerechten Auslauf gönnt.

 

Dort kommt dann seine zweite Seele gut zum Ausdruck. In der Stadt kann man niedertourig vor sich hinbummeln und dem sonoren, tiefen Auspuffbrummen frönen, das durch einen Stoss Halbgas einfach nur wohlig klingt. Oder aber man geht mit dem Nismo auf eine abgesperrte Strecke und gibt ihm die Sporen. Der Herkunft nach und mit grosszügigen 3.7 L Hubraum ausgestattet, ist es jede Drehzahlorgie wieder äusserst verblüffend, wie agil, drehfreudig und reaktiv dieses Aggregat in den Begrenzer läuft. Zwei Welten also, und von beiden nur das Beste – fantastisch. Die Abstriche im Innenraum bezüglich Platz und Alltagstauglichkeit darf man ihm nicht vorwerfen, das wäre unfair. Für seinen Zweck trifft der 370 Z Nismo absolut ins Schwarze. Sonkai!

 

"Enkel des ZX"

Michael arbeitet als Product Manager bei autoricardo.ch im Segment B2B. In seiner Freizeit bringt er seine Boliden gerne ans Limit. Beim Driften und organisieren von Motosport Events schaltet er vom Alltag ab, frei nach dem Motto „Quer erlebste mehr!“. Fahrzeuge: Nissan 300 ZX TwinTurbo (1991), Audi A8 V8 TDI (2011).

 

Voller Vorfreude stieg ich in den Z34 ein, als Besitzer eines Z32 sind die Erwartungen entsprechend hoch, den ich weiss, was Nissan und ebenso Nismo kann, wenn sie denn wollen. Der Z34 ist optisch ein wahrer Hingucker, er zieht Blicke auf sich und dies nicht mit unnötigem Krach, nein es ist eine gelungene Optik: Der tief gezogene Frontgrill, die tief angebrachten TFL in LED sowie den breiten Kotflügeln und dem „Entenbürzel“-Spoiler. Der Z34 ist optisch ein wahrer Nachfolger des Z32, er weist die Linien wieder auf, die der Z33 verloren hatte.

 

Das Fahrwerk ist exakt so, wie es sein soll: Sportlich hart, aber nicht so hart, dass er nicht mehr auf der Strasse fahrbar wäre. Das Feedback im Lenkrad ist damit herrlich direkt, man merkt den Punkt des Traktionsabrisses sehr exakt und dies macht ihn super beherrschbar. Das leichte Untersteuern kann durch das Freigeben des ESPs sofort unterbunden werden, und so tänzelt das Heck präzise um jede Kurve (ACHTUNG! Nur ausschalten, wenn man wirklich weiss, was man macht, sonst Finger weg!). Trotz 344 PS habe ich mehr Leistung vermisst, hier hätte er die 400 PS-Marke überschreiten dürfen, oder das altbewerte Twinturbo-System Abhilfe geschafft, dafür etwas weniger Hubraum... Das Fahrverhalten ist aber so oder so absolut Nismo-würdig und somit atemberaubend.


Ein kleiner Wehrmutstropfen ist auch die Technik: Bluetooth Audio ruckelt (wie auch immer dies möglich ist), das Navi braucht gefühlt ewig auch für kurze Routen und der USB-Anschluss erkennt kein aktuelles Handy, wie es scheint.

 

Fazit: Für den Preis kriegt man eine Taschenrakete, die sich gewaschen hat, für wirkliche Drehmmoment-Freunde fehlt jedoch das gewisse Etwas leider noch immer. Daher meine Bitte an Nissan: Baut wieder Turbomotoren in die Z-Reihe ein! Das ist 1. ökologischer und bietet 2. viel mehr Fahrspass!

 

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