Fahrbericht Opel Astra

Opel Astra Fahrbericht - Schweizer Auto des Jahres 2016

"Die Erleuchtung von Opel"

Marcel ist Managing Director von autoricardo.ch und auch neben der Arbeit dem Automobil eng verbunden - der Familienvater und Fan französischer Fahrzeuge holt daher gerne seinen Oldtimer aus der Garage. Fahrzeuge: Citroën CX 2.4 (1978), Citroën C5 V6 Break (2007), Saab 9-3 Turbo Cabriolet (2000) & Citroën C5 V6 HDi (2008).

 

 

Ich habe unseren Test-Astra schon seit einigen Tagen in der Tiefgarage gesehen, doch meine Neugierde hielt sich bisher in Grenzen. Doch als ich den Schlüssel für unseren Test-Astra auf meinem Pult finde, weckt die Aufschrift auf der Rückseite mein Interesse: 200 PS. Noch bevor ich die versprochenen Pferde des 1.6 Liter Turbo-Motors zum Leben erwecke, begeistern mich die sehr bequemen und vielfach verstellbaren Sitze. Der Astra ist vorne für seine Wagenklasse sehr geräumig, die Bedienung ist selbsterklärend und das ganze Cockpit fühlt sich hochwertig an.

 

Der Schlüssel-Anhänger hat nicht zu viel versprochen: Der Astra zieht äusserst kräftig an und bietet Drehmoment in allen Lebenslagen. Passend dazu ist auch das Fahrwerk sportlich straff abgestimmt und der Topmotor ist nur mit manuellem Schaltgetriebe erhältlich. Die Kehrseite der Medaille ist der nicht gerade überragende Federungskomfort auf schlechten Strassen. In der Zwischenzeit ist es dunkel geworden  und ich aktiviere das IntelliLux LED Matrix-Licht. Faszinierend ist dabei, wie perfekt der Astra die Intensität und Leuchtweite laufend reguliert, um mir immer das bestmögliche Licht zu bieten, ohne den Gegenverkehr zu blenden. Auch sonst denkt der Astra für mich mit, warnt mich vor Kollisionen, nennt mir Tempolimits und hält mich in der Spur. Umso unverständlicher erscheint mir dabei, dass trotz all der vielen Sensoren und Kameras kein adaptiver Tempomat möglich ist. Aber bleiben wir auf dem Boden der Kompaktklasse.

 

Für die CHF 37'470 abzüglich Prämie, die unser top ausgerüsteter Astra Dynamic 1.6 kostet, bekommt man sehr viel Auto und eine Menge Fahrspass. In diesem Urteil bestätigt mich ein sogenannter Premium-Kompakter, den ich zufälligerweise gleich nach der Rückgabe des Astras fahre: Der Opel fuhr sich eine ganze Klasse erwachsener.

 

"Auto des Jahres 2016!"

Manu ist seit 7 Jahren bei autoricardo.ch tätig. In seiner Freizeit geniesst er die Familie, fährt gerne Motorrad oder führt seinen Oldtimer aus. Fahrzeuge: Seat 850 C Especial (1971), BMW 525d Touring (2008), BMW F 800 GS (2007).

 

 

Das ist mal was anderes: Bei der Übernahme des Fahrzeugs wurden die diversen Assistenzsysteme detailliert erklärt und vorgestellt, das macht schon mal einen positiven Eindruck. So haben wir gleich die OnStar-Taste gedrückt und die Zielkoordinaten aufs Navi schicken lassen. Nicht schlecht… und im Falle eines Falles (oder bei Auslösung der Airbags) wird ein Notruf abgesetzt und der Krankenwagen angefordert.

 

Man kann sich also sicher fühlen im neuen Astra, was auch an seiner straffen Abstimmung liegt, sowie an der präzisen Lenkung und dem dadurch neutralen Handling. Einzig bei nasser Fahrbahn verliert er konstruktionsbedingt an Bodenhaftung, was aber auch auf die sportlichen Winterreifen in 18 Zoll zurückzuführen sein dürfte. Die sehr guten Komfort-Sitze alleine machen davon schon einiges wieder wett.

 

Einzelne Mängel in der Bedienlogik und die zu vielen Knöpfe stören mich – so muss man das fortschrittliche IntelliLUX getaufte, punktuell ansteuernde LED-Licht bei jedem Motorstart wieder aktivieren. Der Kollisionswarner projiziert ein grosses helles rotes LED vom Armaturenbrett in die Windschutzscheibe – gut gemeint. Zudem bietet die MyOpel App nichts Revolutionäres, auch wenn man sie an das Fahrzeug koppelt. Solche Details werden aber durch nette Ideen wettgemacht, wie die Sitzheizung, die sich bei Aussentemperaturen um 0 Grad automatisch einschaltet und dann von Stufe 4 bis 1 runterregelt, damit man sich nicht „verbrennt“ – sehr zuvorkommend.

 

Insgesamt macht mir der Astra im Vergleich zum Golf GTE des letzten Monats einen agileren und auch geräumigeren Eindruck. Bei beiden haben vor allem die Fahrerassistenzsysteme  aber noch deutlichen Nachholbedarf. Subjektiv gefällt mir aber der Astra mit seiner konsequent-agilen Auslegung besser - und nicht nur mir: Der Astra wurde von den Fachjournalisten zum "Auto des Jahres 2016" gekürt.

 

"Astra onStar"

Michael arbeitet als Product Manager bei autoricardo.ch im Segment B2B. In seiner Freizeit bringt er seine Boliden gerne ans Limit. Beim Driften und organisieren von Motosport Events schaltet er vom Alltag ab, frei nach dem Motto „Quer erlebste mehr!“. Fahrzeuge: Nissan 300 ZX TwinTurbo (1991), Audi A8 V8 TDI (2011).

 

 

Astra onStar? Nun mit einem solchen Namen muss der neue Astra schon von einem anderen Stern sein. Der Motor zieht gut durch und ich finde, dass es für einen 1.6 Liter Motor ganz beachtlich ist, obschon sich die 200 PS etwas krätiger anfühlen könnten.

 

Die saubere und auch knackige Schaltung bringen das Drehmoment gut auf die Strasse, und so macht es Spass, aufs Gaspedal zu drücken. Das Fahrwerk könnte meiner Meinung nach für dieses Auto sogar noch etwas weicher sein - auf der Autobahn, bei einem schnelleren Spurwechsel, geht der Astra schon ziemlich „in die Knie“. Da stellt sich nun die Frage, was den die Hauptzielgruppe für den neuen Astra sein soll. Für mich ist klar, dass es ein schnittiger Stadtwagen geworden ist.

 

Fazit: Ein gelungenes Auto, das mich neugierig auf den OPC macht.

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