Fahrbericht Skoda Superb

Skoda Superb Fahrbericht

"Tschechische Sänfte"

Michael arbeitet als Product Manager bei autoricardo.ch im Segment B2B. In seiner Freizeit bringt er seine Boliden gerne ans Limit. Beim Driften und organisieren von Motosport Events schaltet er vom Alltag ab, frei nach dem Motto „Quer erlebste mehr!“. Fahrzeuge: Nissan 300 ZX TwinTurbo (1991), Audi A8 V8 TDI (2011).

 

 

Der Superb, der in der Klasse des VW Passat oder auch eines Renault Talisman mitmischt, überzeugt. Dies nicht nur durch sein schlichtes Design, sondern auch durch seine Fahreigenschaften. Sein adaptives-Fahrwerk sorgt dafür, dass es weich über holprige Landstrassen geht. Gegenüber dem Vorgänger kann er somit gut punkten und stellt eine wahre Verbesserung dar. Jedoch ist der Superb weniger auf Dynamik ausgelegt, denn das Verhalten wird beim Umschalten auf Sport nicht „sportlicher“, sondern einfach unkomfortabler. Dennoch überzeugt der Komfort-Modus, da es sich trotz schwerer Beladung sich immernoch bequem reisen lässt.

 

Der Turbo-aufgeladene Dieselmotor lässt den Fahrer nicht im Stich. Auf der Autobahn beschleunigt er wie erwartet und bleibt dabei auch noch sparsam. Das Doppelkupplungsgetriebe wirkt sehr gut abgestimmt und schaltet zum richtigen Zeitpunkt und sehr sanft.

 

Fazit: Der Superb ist nicht nur für Vertreter und Aussendienstmitarbeiter geeignet, welche viel transportieren müssen, sondern auch für Familien, die es doch etwas bequemer haben wollen.

 

"Schick und etwas enger – ganz im Zeichen der Zeit"

Manu arbeitet bei autoricardo.ch im Back Office. In seiner Freizeit geniesst er die Familie, fährt gerne Motorrad oder führt seinen Oldtimer aus. Fahrzeuge: Seat 850 C Especial (1971) ,BMW 525d touring (2008), BMW F 800 GS (2007).

 

 

Der Superb sieht nun endlich auch so aus, wie er heisst. Die scharf gezeichneten Linien und Kanten stehen ihm ausgezeichnet. War er vorher ein sehr gut nutzbares, praktisches Auto, das auch danach ausgesehen hat, ist er jetzt zum Design-Kombi avanciert, dessen schicke Hülle in weiss besonders gut zur Geltung kommt. Wie so oft muss man sich aber eben für ein Adjektiv entscheiden – praktisch oder schön. Und der dritte Superb ist nun offensichtlich Letzteres geworden. Praktisch ist dafür die genial gelöste, magnetische Anhängerkupplung, die im Unterboden aus- oder wegklappt.

 

Damit man mich richtig versteht: Noch immer bietet der Superb eine respektable Höhle als Laderaum und staatstragende Beinfreiheit hinten, die früher vielleicht noch einem Rolls Royce vorbehalten war. Dank der elegant abfallenden Heckklappe sind allerdings auch einige Liter Ladevolumen auf der Strecke geblieben. Das stört nur wenige, es fällt aber auf, dass diese Werte auch andere Kombis erreichen, während man zuvor ganz subjektiv das Gefühl hatte, wie in einem E-Klasse T-Modell auch mal einen Twingo einladen zu können.

 

A propos T-Modell und E-Klasse: Haptik und gestalterische Details im Superb weisen darauf hin, dass sich Ṥkoda der Oberklasse annähern möchte. Natürlich schlägt sich das letztlich im Preis nieder: Unser Testwagen mit einer 5 vorne angeschrieben, und eine zweite 5 folgt gleich darauf wegen der edelsten Ausstattungslinie Laurin & Klement, die an die Gründer und das 19. Jahrhundert erinnern soll. Dafür gibt’s aber Fahrkomfort der Extraklasse – nichts auszusetzen, ausser vielleicht einem etwas französischen Nachschwingen auf langgezogenen Autobahnkurven. Dort hat mich einzig gestört, dass der Tempomat nur in 10- oder 1 km/h Intervallen runtergeregelt werden muss. Mein Fazit zum Superb lautet somit: Gediegen, gross und gut.

 

"Objektiv überzeugend"

Marcel ist Managing Director von autoricardo.ch und auch neben der Arbeit dem Automobil eng verbunden - der Familienvater und Fan französischer Fahrzeuge holt daher gerne seinen Oldtimer aus der Garage. Fahrzeuge: Citroën CX 2.4 (1978), Citroën C5 V6 Break (2007), Saab 9-3 Turbo Cabriolet (2000) & Citroën C5 V6 HDi (2008).

 

 

Meine Erwartungen an den Skoda Superb sind sehr hoch. Die deutsche Autopresse hat ihn als nahezu perfekt bejubelt und bereits seit den ersten Bildern wusste ich, dass er schon mal sehr gut aussieht. In Bezug auf das Design hält der Superb dann auch in Realität meinen Erwartungen stand. Er steht elegant da, präsent und trotzdem angenehm schlicht – obwohl er, wenn man ihn im Detail betrachtet, doch viele Kanten und Sicken aufweist.

 

Beim Reinsetzen folgt dann die erste Enttäuschung: Die Rückenlehnen fühlen sich ziemlich kurz an. Sie sind es zwar nicht wirklich, doch der abgesetzte Mittelteil steht soweit vor, dass der Schulterbereich den Sitz nicht mehr berührt und so nicht mehr gestützt ist. Man gewöhnt sich zwar daran, aber es gibt bessere Sitze. An Platz mangelt es dem Superb nicht, doch auch hier: Als Raumwunder angepriesen hätte ich mehr erwartet. Objektiv bietet der Superb vorne viel Platz, doch weil die Frontscheibe relativ nahe vor einem liegt, wirkt der Superb weniger geräumig, als er tatsächlich ist. Auf den Rücksitzen ist die Beinfreiheit dann aber wirklich verschwenderisch. Der Kofferraum ist an sich auch breit und lang, doch kostet ihn das schräge Heckdesign den maximalen Nutzwert, den man eigentlich von so einem Auto erwartet. Die Gestaltung des Innenraums ist sehr gradlinig und aufgeräumt – im Vergleich zum Aussendesign wirkt das aber etwas langweilig.

 

In Fahrt überzeugt der Superb dann mit seinem kräftigen Turbodiesel und dem äusserst sanft schaltenden DSG-Getriebe. Das Geräuschniveau ist angenehm niedrig und das Fahrwerk komfortabel. Wenn es auf langen Wellen teilweise nachschwingt, erinnert es mich sogar ein wenig an meine Citroën, welche ich privat fahre. 

 

Fazit: Ich habe die Messlatte aufgrund des guten Designs und der vielen Vorschusslorbeeren wohl etwas zu hoch angesetzt. Objektiv gesehen ist der Superb ein sehr gutes Auto zu einem fairen Preis. 

 

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