Rechte und Pflichten bei Auktionen

 

Generell gilt: Je genauer der Fahrzeug-Beschrieb, desto weniger Komplikationen oder Missverständnisse können im Nachhinein auftreten. Im Gegenzug dazu sollte der Bieter vor Abgabe eines Gebotes das Fahrzeug besichtigen, oder, wenn das nicht möglich ist, von der Frage & Antwort-Funktion Gebrauch machen, um wichtige Eigenschaften zum Zustand zu erfahren, sofern sie nicht schon dem Artikeltext zu entnehmen sind.

 

  • Pflichten des Verkäufers: Der Verkäufer muss innert 7 Tagen nach Auktionsende den Käufer mindestens zweimal schriftlich (via Email) und einmal telefonisch kontaktieren, um die Übergabe festzulegen. Das Fahrzeug muss dann innert 14 Tagen ab Erhalt der zur Erfüllung benötigten Angaben wie beschrieben zum erzielten Preis übergeben werden. Kann der Verkäufer den Käufer nicht wie oben beschrieben erreichen, darf er nach den 3 erfolglosen Kontaktaufnahmen und nach 7 Tagen vom Vertrag zurücktreten und den Artikel direkt wieder zum Verkauf ausschreiben.

 

  • Pflichten des Käufers: Der Käufer muss innert 7 Tagen nach Auktionsende den Verkäufer mindestens zweimal schriftlich (via Email) und einmal telefonisch kontaktieren, um das Fahrzeug zum erzielten Auktionspreis in Besitz zu nehmen, wobei insgesamt nicht mehr als 14 Tage ab Übergabe bis zur Bezahlung des Artikels verstreichen dürfen.

 
Weist das Produkt erhebliche und/oder wertmindernde Mängel auf, die nicht in der Artikelbeschreibung erwähnt waren, oder fehlt ihm eine zugesicherte Eigenschaft, muss ebenfalls innert 14 Tagen nach Lieferung/Abholung am besten schriftlich Nachbesserung beim Verkäufer verlangt werden. Reagiert der Verkäufer nicht darauf oder bringt eine oder mehrere vorgenommene Nachbesserungen nicht den gewünschten Erfolg, ist der Käufer gemäss Schweizerischem Obligationenrecht (OR) berechtigt, vom Kauf zurückzutreten, oder Minderung oder Ersatz zu fordern. Eine unabhängige Stelle, die den Zustand fachgerecht beurteilen kann, ist z.B. der TCS (siehe "Occasions-Test").



Hier gehts direkt zu den AGBs mit dem genauen Wortlaut (Abschnit 6: Verhältnis Verkäufer - Käufer). Im Übrigen ist ricardo.ch AG in jedem Fall nur Vermittler; der Vertrag kommt allein zwischen dem Verkäufer und dem Käufer zustande.

 

  • Nach der Übergabe: Beide Parteien können sich nach Abwicklung des Kaufvertrages einmal gegenseitig bewerten (resp. ein 2. Mal bei der Löschung einer Bewertung durch den Kundendienst).

 

  • Rückerstattungsantrag: Falls ein Käufer einen gewonnen Artikel nicht bezahlen sollte (ob innerhalb der Frist oder danach), obwohl Sie als Verkäufer etwaige Obliegenheiten zur Mitwirkung ordnungsgemäss erfüllt haben, haben Sie die Möglichkeit, spätestens 60 Tage nach Auktionsende einen Rückerstattungsantrag zu stellen. Gehen Sie dazu wie folgt vor: My Ricardo > Mein Verkaufen > Verkaufte Artikel > Details > Rückerstattungsantrag.

 

Dieser Antrag wird vom Kundendienst geprüft und nach einer Frist von 7 Tagen, während der sich die Gegenpartei dazu äussern kann, je nach Sachlage zugelassen oder abgelehnt. Reagiert der Käufer nicht darauf, wird dem Antrag nach 7 Tagen automatisch stattgegeben, und die Gebühren werden vollumfänglich wieder Ihrem ricardo-Konto gutgeschrieben.

 

Rechtliche Grundlagen

Neues Gewährleistungsrecht (Art. 210 OR)  ab 1.1.2013:

1) Im Bereich B-C (gewerblich Handelnder – Privater / Konsument)  nicht verkürzbare Gewährleistungsfrist ab 1.1.2013 für:
- Neuwaren: 2 Jahre
- Gebrauchte Waren und Software: 1 Jahr

D.h ein gewerblicher Verkäufer kann seine Gewährleistungsfrist nicht verkürzen. Bitte beachten: eine Wegbedingung / Ausschluss (Art. 199 OR) der Gewährleistung bleibt weiterhin möglich; diese muss aber gegenüber dem Konsumenten klar und deutlich kommuniziert werden.



2) im Bereich des Privatverkaufs und B-B (Gewerbler-Gewerbler) können die oben genannten Gewährleistungsfristen (Neuwaren: 2 Jahre, Gebrauchte Waren und Software: 1 Jahr) verkürzt oder die Gewährleistung als Ganzes ausgeschlossen/wegbedungen werden (vgl. oben "Gewährleistungsauschluss").

Das bedeutet, dass z.B ein privater Anbieter, der sein gebrauchtes i-Phone verkauft und weder die Gewährleistung explizit (und klar erkennbar) ausschliesst noch die Gewährleistungsfrist verkürzt, er 1 Jahr lang den Käufer für Sach- und Rechtsgewährleistung gerade steht.



3) Zum Unterschied Gewährleistung / Garantie

- Gewährleistung ist eine gesetzliche Pflicht des Verkäufers, dafür gerade zu stehen, dass seine Produkte  im Zeitpunkt des Kaufs einwandfrei sind (d.h. keine sachlichen oder rechtlichen Mängel aufweisen), selbst wenn dieser Mangel beim Kauf selbst noch nicht sichtbar war. Diese Pflicht kann ein Verkäufer grundsätzlich wegbedingen.

- Im Gegensatz dazu stellt die Garantie eine freiwillige vertragliche Zusage des Verkäufers (manchmal aber auch des Herstellers) dar, während einer gewissen Zeit für die vertraglich zugesicherte Funktionsfähigkeit eines Produkts oder Teile hiervon zu bürgen, soweit es sachgemäss eingesetzt wurde.
 
 
 

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