Erster Eindruck

Sandra ist seit 3 Jahren bei ricardo.ch. Sie liebt es nicht nur, selber Sport zu machen, sondern auch sportliche Autos zu fahren - frei nach dem Motto: Je mehr Pferdestärken, desto besser.

 
 
Erster Eindruck
Nice! Schönes Auto, praktische Grösse, freche Farbe, anständige Front, cooler Heckspoiler, gelungene Form. Innen ebenfalls chic mit der blauen Naht überall, umfangreiches Display mit Touchscreen und grosser Musikauswahl inkl. DAB. Als einziger Minuspunkt ist mir der Kofferraum für die Fahrzeuggrösse zu wenig geräumig, da ich sehr viel Platz benötige. Ansonsten hat man aber von innen und aussen mit den Spiegeln eine sehr gute Übersicht.
 
Es geht los
Die erste Kurve aus dem Parkfeld hat mich ein bisschen schockiert. Der Wendekreis ist sehr gross, und so fühlte ich mich etwas unwohl dabei, aus dem Parkhaus zu fahren. Dies ging dann aber doch problemlos. Der erste Schreck verflog äusserst schnell – und zwar nach dem ersten Mal Gas geben. Meine Güte dieser Ton! Dieser unglaubliche Ton! So laut und stark, einfach richtig gut. Dieser Wagen hat etwas drauf bzw. drin. Die 350 PS kriegt man zu spüren und zu hören, insbesondere im Sportmodus. Dort kommt dann bei richtig viel Gas anschliessend ein schön lautes „Gurgeln“ aus dem Auspuff. Wer die Stärke gerne hört, ist hier an der richtigen Adresse.
 
Das leidige Ende
Klar, die Tankstelle muss schneller aufgesucht werden. Aber für ein Sportwagen ist der Verbrauch mit 13.7 Litern bei sportlichem Fahrverhalten durchaus in Ordnung. Daher wurde der Spass bis zum Ende nicht getrübt. Ich wollte deshalb das Auto gar nicht mehr abgeben, musste ich aber leider. Dabei habe ich den „Drift-Modus“ und „Rennstrecke-Modus“ noch gar nicht getestet... ;-)
 
Fazit
Das Auto hat mir so gut gefallen, dass ich die Preise auf dem Occassionsmarkt angeschaut habe und sagen muss, Preis-Leistung stimmt in meinen Augen absolut. Ich kann mir gut vorstellen, den Ford Focus RS als nächstes Auto zu kaufen. Fahrspass, schön verpackt, ohne überflüssigen Schnick-Schnack; so,  wie’s mir gefällt. Vielen Dank!
 

 

Die Achtziger lassen grüssen

Mario ist Category Manager bei autoricardo.ch. Seit frühester Kindheit sind Autos seine Leidenschaft. Seiner Ansicht nach, kann ein Auto eigentlich gar nicht genug Leistung haben. Entsprechend fährt er privat Nissan GT-R (2009) und Mercedes SL 55 AMG (2002).

 
 
Tubogeladener Vierzylinder mit Allradantrieb, Handschaltung und einer manuellen Handbremse in einer Kompaktklasse? Klingt doch stark nach Rallye-Auto aus den Achtzigern. Der Vergleich zum Escort RS Cosworth drängt sich schnell auf. Aber wie es mein Kollege Manu viel treffender formuliert hat: Es ist ein moderner Lancia Delta Integrale.
 
Rennsemmel mit SUV-Sitzposition
Die Gemeinsamkeiten bestehen durchaus, denn wie den Integrale gibt es den Focus RS ausschliesslich als Fünftürer. Wie der Integrale sind auch beim Focus Recaro Halbschalensitze verbaut und die Sitzposition ist grässlich. Im Ernst, da die Sitze nicht in der Höhe verstellbar sind, sitzt man viel zu hoch. Es ist schon ein besonderes Erlebnis, wenn man in einer knallig blauen, 350 PS starken Rennsemmel an einer Ampel neben einem Passat steht und zum anderen Auto hinabschaut.
 
Heckbank für Masochisten
Bei der Entwicklung der durchaus bequemen Halbschalensitze scheint besonders viel Wert darauf gelegt worden zu sein, den Kniekappen der Fondpassagiere den maximal möglichen Schmerz zuzubereiten. Hinten zu sitzen, macht in dem Auto aufgrund der Platzverhältnisse nicht wirklich Spass, wenn man mehr als 1.70m Körpergrösse misst.
 
Ein Kurvenmonster!
Aber was schreibe ich hier von Sitzposition und Platzverhältnissen? Der Focus RS ist ein wahres Kurvenmonster! Der elektronisch gesteuerte Allradantrieb mit Torque-Vectoring sorgt zusammen mit den Michelin Pilot Sport dafür, dass der Wagen, wie kein anderer in seiner Klasse einlenkt und um die Kurven zirkelt.
 
Herausforderung: Geradeausfahren
Dafür ist das Geradeausfahren mit diesem Auto eine besondere Erfahrung: Beschleunigt man kräftig, muss man sich gut darauf konzentrieren, das Auto in der Spur zu halten. Das elektronische Differenzial am Heck versucht, die Kraft auf die beiden Hinterräder zu verteilen, was unweigerlich zu einem Schlingern des Fahrzeug führt. Das Auto fühlt sich dadurch zwar lebendig und agil an, beim Überholen ausserorts könnte ich auf diesen zusätzlichen Nervenkitzel aber durchaus verzichten.
 
Kein Daily-Driver...
Grundsätzlich macht es einen Riesen-Spass mit dem Focus RS um die Kurven zu räubern oder auf einem privaten Areal den “Drift Mode” zu testen. Als täglicher Begleiter wäre das Auto aber nichts für mich. Entspanntes Fahren geht damit einfach nicht, denn die agile Auslegung des Allradantriebs macht ihn zu nervös dafür.
 
...und doch nicht ganz retro genug
Etwas ernüchtert bin ich von der gefühlten Leistung. Dank Twinscroll-Turbolader liegt sehr viel Drehmoment bereits bei niedrigen Drehzahlen an. Dies sorgt zwar für lineare Beschleunigung untenrum, bringt aber kaum spürbaren Zuwachs an Leistung bei höheren Drehzahlen. Hätte Ford einen altmodischen, grossen Turbolader mit Turbo-Loch und anschliessendem Gummibandeffekt eingebaut, wäre das Auto besser gewesen. Langsamer und weniger alltagstauglich? Wahrscheinlich. Weniger spritsparend und belastender für die Umwelt? Bestimmt. Aber auch so viel besser...
 
 

RS in Reinkultur

Manu ist seit 7 Jahren bei autoricardo.ch. In seiner Freizeit geniesst er die Familie, fährt gerne Motorrad oder führt seinen Oldtimer aus. Fahrzeuge: Seat 850 C Especial (1971), BMW 525d Touring (2008), BMW F 800 GS (2007).

 
 
Ich hatte den Focus vorletzten Sommer in den Ferien als Mietwagen ausgiebig testen können und war von der Verarbeitungsqualität schon mal sehr angetan. Nun hat man in allen Magazinen vom neuen, fantastischen RS-Motor und Sport-Allradantrieb lesen können. Im 3. Anlauf hats geklappt und das Auto ist nun hier. Und wie hat sich das Warten gelohnt! Der Motor ist das Sahnestück am Auto, und darum herum fokussiert sich auf optimale Performance und gibt diesem Auto Charakter. Endlich hat Ford sich auch dem Armaturenbrett angenommen, das die Ergonomie seit Jahren Lügen gestraft hat. Ein simpler Touchscreen in der Mitte, moderne Anbindungen, fertig. Warum hat denn das nur so lange gedauert? Siehe auch Fahrbericht zum Mondeo Turnier.
 
Aber viel wichtiger: Alle relevanten Elemente sind, wie die Engländer sagen, spot-on. Lenkung? Absolut direkt, höchst präzise und um die Mitellage genug schwer, um perfekt alle Lenkbefehle umzusetzen. Getriebe? Absolut präzise, ohne Spiel oder Hakeln, kurz und knackig, mit idealen Anschlüssen der 6 Gänge. Fahrwerk? Absolut beeindruckend. Satt, aber nicht unkomfortabel, präzise wie ein japanisches Fleischermesser, aber mit etwas Freiraum, so dass der Allradantrieb nicht schiebt, sondern einlenken hilft, falls es mit Schwung um die Kurve gehen soll. Gestühl? Perfekt sind die mir wohlbekannten RECARO Sportsitze. Schon bei Ihrer Première im Clio Renault Sport F1 Team 2007 habe ich mich in sie verliebt, und sie sind seither in diversen Modellen von Lotus über Land Rover (Defender!) und Renault verwendet worden. Wer will, kann damit 4- oder 6-Punkt-Renngurte montieren und dank dem„Track“-Modus das Auto zum Glühen bringen.
 
Die Leistungsentfaltung gestaltet sich überraschend linear dank des Twin Scroll-Turbos und macht süchtig. In digitaler Manier möchte man das Auto immer wieder von Schiebebetrieb auf Vollast jagen, doch es tut weh, den RS so zu quälen, und doch… die Ansprechzeit ist, ja, schon wieder, perfekt, und der passende Auspuffklang wird mitgeliefert. Was vielleicht abschreckt, ist der Preis, jedoch: AMG und Quattro GmbH verlangen für Vergleichbares 12‘- bis 20‘000 Franken Aufpreis. Und so kristallisiert sich gegen Ende eine Erkenntnis heraus: La Regina è viva! Wer erinnert sich noch an den legendären Lancia Delta Integrale Evo II? Ich wage zu behaupten, dass dies hier der würdige Nachfolger ist. Ja, so gut fühlt er sich an. Noch ein Beweis nötig? Der 80er-Jahre Türkanten-Schutz... meine Empfehlung für den RS von Ford also: Kaufen!

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