Opel Ampera-e: Der Tesla-Killer?

Schweizer Auto des Jahres 2018!

Manu ist seit 7 Jahren bei autoricardo.ch. In seiner Freizeit geniesst er die Familie, fährt gerne Motorrad oder führt seinen Oldtimer aus. Fahrzeuge: Seat 850 C Especial (1971), BMW 525d Touring (2008), BMW F 800 GS (2007).

 

Einsteigen bitte!

Der Ampera steht bereit und wartet darauf, von der Leine, oder besser: vom Ladekabel gelassen zu werden. „Maximale Rechweite: 436 km“ steht da. Und damit sind wir schon bei der Hauptattraktion des Autos. Bisher hatte man zwar keine Reichweitenangst beim Vorgänger, der ja ein Hybrid mit Zusatzmotor war, aber damit halt auch kein rein elektrisches Auto, also ein Kompromiss. Nun aber ist der Ampera-e da, und diesmal ist 100%ig elektrisch.

 

(K)ein Tesla...

…aber fast: Von den Eckdaten her kommt er dem Model 3 des kalifonischen Herstellers sehr nahe, ebenso wie vom Preis. Der Tesla wird aber nicht vor Ende 2018 nach Europa ausgeliefert, und der Ampera-e steht schon heute hier. 1:0 für die Rüsselsheimer also. Und: Der Wagen verfügt wie alle neuen Opel über OnStar. Dieser Concierge-Service bietet auch Hilfe bei einem medizinischen Notfall, einem Unfall, oder auch einfach nur bei der Zielfindung oder Hotelsuche und ist während der ersten 12 Monate gratis. Das gibt’s bei Tesla auch nicht für Geld und gute Worte. 2:0 für Opel.

 

Leeren und Laden
Der kleine Tesla ist aber noch nicht zu haben, deshalb machen wir mal ohne weiter. Sollte einem im Opel die Reichweite doch mal knapp werden, lässt er sich an einer Starkstrom-Ladedose in einer Stunde auf 80% oder um 150 km pro halbe Stunde laden. Zu Hause sieht das etwas anders aus, da braucht er nicht eine Nacht, sondern auch noch den folgenden Tag dazu. Je nach Modell kann man bei Tesla das weltweite Supercharger-Ladenetz gratis oder gegen Gebühr benutzen. Damit steht es 2:1.

 

On the road
Auf der Strasse fährt sich der Elektro-Opel zügig und komfortabel genug. Wie alle Elektroautos hat er einen tiefen Schwerpunkt und bietet dank den Batterien im Boden viel mehr Platz innen, als man das von aussen erahnen kann. Allerdings ist das Auto auch von GM konstruiert und von Opel übernommen worden. Das merkt man der Verarbeitung an, da ist ein einer Opel heute schon deutlich weiter. Hartplastik und eine saloppe Kofferraum-Abdeckung erfreuen keinen europäischen Käufer mehr.

 

Up to date

Das Entertainment System ist sehr schön gemacht und bietet Apple Car Play Integration. Dafür aber kein Navi – wohl deswegen hat uns Opel ein iPhone mitgegeben. Das macht dann ein eigenes System überflüssig, und nutzt einfach das Navi des Telefons. Dieses ist dann auch immer à jour, ein weiterer Vorteil. Allerdings muss das Mobiltelefon dann immer an den Strom, da es sonst zu schnell entlädt. Und auch dafür haben sie sich was einfallen lassen: Das Natel kann induktiv geladen werden, also kabellos. Clever gelöst!

 

Eigenheiten

Der Spurhalte-Assistent ist auf der Autobahn deutlich zu merken, da er zu stark eingreift. So macht das Auto hektische Schlenker, was unangenehm wirkt. Und schaltet man ihn aus, nützt er halt nicht mehr so viel. Auch sicherheitsrelevant: Drückt man auf die Hupe, meinen die anderen Verkehrsteilnehmer wohl, da komme ein Roller daher – da wurde deutlich am falschen Ort gespart. Ein Manko, dass der Ampera-e wieder wettmacht mit einer sehr anständigen Soundanlage, und einer Innovation: Das Lenkrad hat links ein Paddel, nicht zum Schalten, sondern zum Bremsen. Man kann damit die Rekuperation erhöhen. Und das funktioniert so gut, dass man sich fragt, warum das nicht alle Elektromobile haben.

 

Fazit: Wer nicht mehr abwarten kann oder will, sollte jetzt zugreifen – alle anderen können den Tesla auch schon jetzt online bestellen und dann auf die Zuteilung der Fahrzeuge warten. Das braucht aber bekanntermassen sehr viel Geduld. Allerdings sind die Kontingente vom Ampera-a in Europa eingeschränkt, also: Besser beeilen…

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